„Ci vediamo, Thilo. Se non ci vediamo, accendi la luce!“

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Pensiline (Bushaltestelle und Vorplatz der Universität)

Pensiline (Bushaltestelle und Vorplatz der Universität)

Und…? War es denn jetzt von Erfolg gekrönt, das Unternehmen „Versuchskaninchen“?

Nun, alles geht einmal zu Ende. Oft unter ähnlichen Umständen, wie es einst auch angefangen hatte. Am letzten Tag in meinem gelben Häuschen, der WG mit Stefano (Rufname: Stè) und Giuseppe (Giù), kam zum Beispiel wieder einmal kein Wasser aus den Leitungen, weswegen Thì die Endreinigung reduzieren durfte. Am letzten Abend gab es Pizza und einen hervorräkelnden Wein aus Amantea, eine Stadt mit einem hoch auf dem Berg gelegenen Kastell, das ich als erster Student überhaupt betreten haben dürfte.

Wie manche wissen, hatte ich auch an der Università della Calabria Primatenstatus, will heißen, als erster Gaststudent der Uni Erfurt dort ein bisschen herum zu studieren. Mein Blog bleibt für all jene stehen, die auf Basis meiner Erfahrungen Zeit sparen, gewisse Unannehmlichkeiten umgehen oder gar nicht erst hierher fahren wollen. Trotz dessen, dass womöglich letztgenanntes zutreffen wird, hatte ich eine wunderschöne Zeit in Kalabrien. Bei allem, was mir auch widerfuhr – es ging doch am Ende immer gut aus.

Daran Anteil und mich begleitet haben auch einige Personen, die ich in einer Art Abspann in diesem vorerst letzten Artikel vorstellen werde. Meine Damen und Herren, Credits of Calabria!

Der an eine Brücke erinnernde Campus der Uni Calabria

Wer erinnert sich nicht an Stefano und Giuseppe, die anfangs im Uni-Wohnheim ein paar Türen neben mir gewohnt hatten. Stefano wohnte dort legal, Giuseppe nicht, da er auf das Freiwerden unserer späteren Privat-WG wartete. Stefano und Maria mit unserer Pizza Jeden Abend holte er sich die freie Matratze aus meinem Doppelzimmer, schleifte sie in Stefanos eh schon enge Kammer und brachte sie morgens ob der Stichkontrollen zurück.
Irgendwann konnte Giù dann umziehen, Stefano kam mit ihm und ich, charakterlich sowie als weiterer Nebenkostendivisor geeignet, durfte hinterherschlurfen. Das neue Domizil bedeutete ab sofort 10 Lire mehr im Monat als im Wohnheim, Gas und Strom im Preis noch nicht drin, aber ich wurde auf diese Weise um Einiges kalabresischer.
Da die Behörden mich, um mein Wohnheimzimmer zu kündigen, zu drei verschiedenen Instanzen hetzten, die von spät nach 9 bis allenfalls 10.50 Uhr öffneten, habe ich als Revanche ein hübsch besticktes Bettlaken konfisziert, das diese Bürokratiewuracher jedoch wohl kaum vermissen werden.

Fisch aus Kalabrien Der Umzug war die richtige Entscheidung. Andernfalls hätte ich nie all die Rezepte von Stefano, im Bild oben mit Pizza und seiner Fidanzata (Freundin) Maria, verkosten und ihnen den Qualitätssiegel überreichen können. Es gibt nichts, das ich nicht von ihm essen würde, außer Nutellabrote. Denn da trägt er nun mal dick auf.
Giuseppe (rechts) war stets um Sauberkeit und Ordnung bei uns bemüht, und nicht nur, weil er seines Zeichens Neffe der WG-Eigentümerin ist. Italiener sind an sich sehr ordentlich, waschen nach einem großen Essen sofort ab und putzen die Küche. Ich hätte nie für möglich gehalten, was für bravi ragazzi (dufte Typen) die beiden sind, als wir im Oktober auf dem Campus standen und die Kalabresinnen begutach…äh, als sie mir von ihren Hobbys Kraftsport und Motorbikes erzählten. Wenn ihr also als Studenten nicht ins Wohnheim wollt: in San Gennaro Nr. 68 ist ein Zimmer frei…

Weit über unser Viertel bekannt ist auch diese freundliche Kreatur. Unsere Hofkuh Arturo wird von Antonio und Vincenzo gehütet und soll das Haus bewachen. Das Mäuschen ist jedoch so erzogen, dass es für einen Apfel oder gar ein Stück Fleisch wirklich jedem Menschen bereitwillig Einlass gewährt, Hund Arturo in Kalabrien sich in seiner Hütte eine Serviette um den Hals bindet und das Mitgebrachte verschlingt. Gebellt wird nur, wenn man durch den Zaun grüßt, aber keinen Happen dabei hat. Einmal hat mich die Bestie beim Besuch dann doch gezwickt, da anscheinend noch ein Hauch von Ebby aus „Feiern mit Diplom – Laurea in Catanzaro“ an meinen Sachen haftete.

Machen wir weiter mit meinen Freunden aus der Uni. Deren Reihenfolge hier erklärt sich, wie es bei Abspännen üblich ist, aus der Zahl der Szenenauftritte. Die Indonesierinnen machen eine stattliche Zahl aus, und in Folge dessen kreuzten sich unsere Wege oft. Wedha (gesprochen Wede, 3.v.l.) und Mega (gesprochen Mege, 2.v.r.) drückten mit mir die Vorlesungsbank bei der Burza. Meine indonesischen Kommilitonen an der Uni Kalabrien Anfangs fand ich beide toll, weil sie bei Aufkommen von fachlichen Anforderungen oder Problemen mit italienischen Behördenmitarbeitern ihren Mitmenschen gegenüber nur große und runde Augen zu machen brauchen und sich angesichts dessen alle ihre Probleme von selbst lösen. Später hörte ich dann, dass Mega Sportjournalistin in Indonesien ist und beim Champions League – Finale 2008 in Moskau mit sämtlichen Stars von Chelsea und ManU auf Fotos posieren konnte. Wedha wiederum war in einem großen Verlag tätig und führt eine konfessionell heterogene Ehe (was in ihrer Heimat alles andere als angesehen ist und ich es deswegen sehr kryptisch schreibe). Außerdem noch höre ich sehr gerne ihr Kreolisches Englisch (sorry, Wedhi :D).

Diskussionen in der Mensa Economia Unical Meine sprachlichen Spiegelbilder Roberta (rechts) und Maria (links) kennt ihr schon. Ich habe allerdings nicht viel über sie erzählt. Allerdings weiß ich auch nicht, wie gut das für mich wäre, da die beiden ja alles verstehen. Sei’s drum! Rò und Mà habe ich bei den Linguisten kennengelernt, in einer im Gegensatz zu anderen halbwegs normalen Lehrveranstaltung. Mir beim ersten Aufeinandertreffen zunächst eine französische Identität zuschreibend, korrigierte ich sie umgehend und erntete Jubelstürme, da beide Deutsch als Nebenfach studieren und sie es fortan ein Semester lang am lebenden Exemplar ausprobieren konnten. Ich hoffe, ihr beiden habt ebenso viel von mir gelernt wie ich von euch, amiche care, wenngleich ich durch das Kaffeetrinken mit euch manchmal „die Lektion gesprungen“ (saltare la lezione = schwänzen) habe, hehe. In jedem Falle, Deutschland wartet auf euch!

Jemand, der bereits dort war und Mainz unsicher machte damals, ist die großartige Francesca (links). Wir beide haben viel dafür getan, dass die Nutzer in der Bibliothek um uns herum nacheinander dem Wahnsinn verfallen sein dürften. Manche ihrer Übersetzungen ins Deutsche, die ich mir durchlas, waren einfach zu köstlich, Lezione tedesche Universita della Calabria und wir feixten uns was! Jedoch, ich will mal den Mund halten, denn auch mein Deutsch ist schlecht. Jegliche Formulierung, die ich im Seminar Italienisch-Deutsch als deutsche Übersetzung eines italienischen Textes an Francesca oder Maria (rechts) vorsagte, wurde entweder sofort vom Dozenten Signore Hans Kunert abgeschmettert oder nur umfassend verändert von ihm übernommen. Francesca kommt übrigens aus einer kleinen Stadt nahe Tropea, DER Urlaubszone der Touristen in Kalabrien. Und ich hab’s nicht besucht, weil keiner von uns Zeit hatte. Aber etwas soll man sich ja immer offenlassen, um danach zu streben.

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Was ist das für ein Land, das ich so schwermütig verlasse? Man hört in den Medien hin und wieder von Kalabrien, wenn dort eine Mafiagröße festgenommen wird oder ein Erdbeben rüttelt. Oder man sieht eine Annonce für einen Last-Minute-Urlaub geschaltet…träumt…und blättert weiter. Abseits von den Touristenhochburgen, und das sind nicht mal so sehr viele, bekommt man nur schwer etwas vom Leben und dem Alltag der Kalabresen mit. Selbst ich habe vielleicht höchstens an der Oberfläche gekratzt, meist lebte ich ja doch eher in den Strukturen Universität – Einkaufen – öffentlicher Nahverkehr. Die Reise nach Catanzaro stellte eventuell den tiefsten Einblick für mich dar, als ich in das alltägliche Leben zweier Familien, eine in der Hauptstadt wohnhaft und die andere an der Peripherie, und in ihre Strukturen eintauchen durfte.

Kalabrien, das kann ich nun mit Sicherheit behaupten, ist eben nicht „schon fast wie in Afrika“. Die Temperaturen sind satt bis in den Dezember rein, und die Nächte manchmal wie Frost, die Menschen hier aber sind wie Du und Ich, könnt ihr mir glauben. Viele sogar etwas netter und rücksichtsvoller als hierzulande. Sicher, mancherorts scheint die Zeit etwas stehen geblieben zu sein – ich kenne die verfallenden Häuser und grasüberwucherten Bahngleise nur zu gut, beschädigte Infrastruktur aus scheinbar längst vergangenen Zeiten irgendwo im Nirgendwo. Aber man gewöhnt sich daran. Die meisten Kalabresen teilen ähnliche Lebensbedingungen und sind füreinander da. Auch 2000 km unterhalb Berlins heißt der Kontinent Europa, und von hieraus werden Zitronat, Zwiebeln, Tomaten und Lakritzen in die oberen „Etagen“ hochgeschickt.

Airberlin fliegt von Rom nach Berlin Zugegeben, viele meiner Kommilitonen würden später auch gern zur Zitrusfrucht und sich weiter nördlich nach einem Job umtun, da es in Kalabrien nicht allzu viel Beschäftigung(sangebote) gibt (die Klammer hat ihren Grund). Deutschland wird ob seiner wirtschaftlichen Möglichkeiten verehrt, einige meiner Kommilitonen würden gern dort arbeiten. Unser Plan, ein Restaurant für kalabrische Spezialitäten in Berlin zu eröffnen, ist auch noch nicht ganz vom Tisch 😀 Viele von euch, liebe Kalabresen, hätte ich gerne wieder um mich. Beinahe jeder kann Gesänge zur Gitarre anstimmen, gehungert wird sowieso nie und für Lebensweisheiten ist immer gesorgt, gerade weil Abschiede wie meiner immer sehr emotional sind. Als letzte Worte hat mir Francesca mit auf den Weg gegeben: „Ci vediamo, Thilo, non ti preoccupare. E se non ci vediamo, accendi la luce!“

„Wir werden uns sehen, Thilo, keine Sorge. Und sollten wir uns nicht sehen, mach einfach das Licht an!“
Das werde ich machen, versprochen…

Ich danke hiermit allen Lesern für das stille Folgen meiner Artikel, für Kommentare und Likes sowie das Teilen von Beiträgen. Eine große Freude wäre es zudem, wenn wirklich jemand eines Tages mal nach Kalabrien käme. Ich bin sicher kein Jünger der Tourismusindustrie, aber ich kann noch so viel erzählen, hier gewesen sein muss man mal selbst.

Habt eine gute Zeit, wo immer ihr euch jetzt oder in Zukunft befindet, und scheut weder Fragen noch Kritik oder spontane Reisebuchungen.

Alles Gute,

euer Thilo

Am Strand von Amantea, 03. März 2013

Am Strand von Amantea, 03. März 2013

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Reggio Calabria Revolution…

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Blick auf Sizilien in Reggio di Calabria

…und da fehlt nur noch ein „Yeah“, oder italienisch: „Ma daiii“, hintendran! 🙂

An einem warmen Sonnenfreitag sollte mich meine letzte große Reise in die heimliche Hauptstadt Kalabriens führen: Reggio di Calabria befindet sich am äußersten Südzipfel der Landkarte, verfügt über einen bedeutenden Hafen, von dem man zu den Inseln übersetzt, und ist seit jeher eine lebhafte und auch politische Stadt. 1970 gab es hier schwerwiegende Unruhen angesichts der Vergabe der Hauptstadt Kalabriens (danach wurde Reggio Regionalratssitz, Cosenza bekam (mei)ne Uni, offizielle Hauptstadt wurde jedoch Catanzaro). Aktuell wird die Stadt durch einen Vormund regiert, da der Stadtrat wegen mafiöser Verstrickungen aufgelöst wurde, womit auch bald Neuwahlen ins Haus stehen.

Der Dom zu Reggio di Calabria Aufgrund der vielen Sehenswürdigkeiten und der gewaltigen Dominanz dieser Stadt stelle ich mir diesmal internationale Verstärkung an die Seite. Gaby (Honduras) und Wedha (Indonesien) zeigen den überstudentischen Willen, pünktlich 6 Uhr morgens zum Treffpunkt Unihaltestelle zu kommen. Guide dieses Trips bin auf Grund meines deutschen Reiseführers wohl ich, was aber während der Zugfahrt wieder in Frage gestellt wird, als Wedha sich in dem Büchlein festliest und darin plötzlich all die Schönheit der Gegend außerhalb der Universität entdeckt. Das neue Semester fängt am Montag schon wieder an, doch Reisen scheint jetzt erst mal wichtiger für sie sein.

Aus dem Hauptbahnhof kommend, führt uns unsere Route durch die Innenstadt von Reggio und teilweise am Ufer entlang. Die ersten drei touristischen Anlaufpunkte sind allesamt religiöse Einrichtungen wie Kirchen oder z.B. der Dom (links). Zugegebenermaßen ist alles sehr formvollendet, doch es reisen auf dieser Fahrt Agnostiker, Muslimin und Evangelistin zusammen, und wir beschließen, lediglich zu Ehren von Ex-Benedikt, Peer Steinbrück und der Form halber einen näheren Blick an die heil’gen Stätten zu wagen.

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Schönheit, Tristesse und Humor liegen in dieser Stadt nie weit voneinander entfernt. Um den Uferweg des Lungomare und die eine Ebene höher befindliche Fußgängerzone Corso Garibaldi herum gibt’s allerhand zu gucken. Zu unserer Linken sehen wir über die Meerenge von Messina hinweg die Insel Sizilien. Im Unterschied zum mir bis dato nur bekannten nördlichen Gewässer schäumt das Meer hier in einem krass abgrundtiefem Dunkelblau. Auf mittlerem Wege gelangen wir zu einer Freiluft-Arena, wo im Sommer Veranstaltungen mit Meeresblick steigen. Die Statue von Victor Emanuel steht an deren Ende, an ihrer Seite sitzt Gaby, die trotz körperlichem Unwohlsein tapfer mein chaotisches Ge-guide erträgt und sich hier gerade von der Seeluft kurieren lässt.

Die Arena dello Stretto wurde leider nach einem Rechtsnationalen benannt, der den 1970er Aufstand für eigene Zwecke missbraucht hatte. Humor in angenehmerer Form zeigt ein kalabrischer Architekt in der Gestaltung der Chiesa degli Ottimati. Frech grinst uns ihr Pilzkopf vom Kuppeldach an. Soll wohl lustig sein, der „Mund“ kann allerdings auch erst im Nachgang hinzu gemalt worden sein. Die Überreste Römischer Thermen sollen auch irgendwo rumlümmeln, doch die finden wir erst, nachdem wir zufällig hinter ein Geländer schauen. Ich denke dabei irgendwie an ein bestimmtes Lied…„wo wir auch hinkamen, alles kaputt!“ ;-). Am Castello Aragonese mit seinen dicken Rundtürmen können wir dann aber schöne Kontrastfotos von uns machen. Meines heißt: Zwerg und Burg.

Gegen 11.30 Uhr wollen wir Mittag essen. Im Reiseführer sind, was unüblich ist, Restaurants im Stadtplan markiert. Der Sinn davon wird mir allerdings erst gegen 13 Uhr klar, als wir vollkommen platt in eines dieser Häuser einkehren. Unsere Suche nach einem offenen Lokal mit Sitzplätzen zog sich auf Spielfilmlänge, da, wer ahnt es nicht, hier von anderer Seite bestimmt wird, wie viele Restaurants wann wie lange wo wie teuer offen zu haben haben.

Selbst wer wen wann küsst, bestimmt noch der Wirt. Neben uns, an einem Tisch im Außenbereich, umarmt sich heftig knutschend ein junges italienisches Liebespaar. Wedha, gerade ins Plaudern gekommen, erwähnt, dass eine Situation wie diese in der indonesischen Öffentlichkeit eher verpönt sei, und erst die jetzige Generation der jungen Leute dort dies teilweise aufbräche. In dem Moment, als ich ihr großmäulig versichere, dass das in Germania überall anzutreffen wäre und Italien ja eh das Land von Amore und Casanova sei, poltert der gestresste Wirt durch die Manege und beendet das Stelldichein der beiden mit einem höflichst geschrienen „RAGAZZI!! PREGO!!!“ („Ich darf mal äußerst bitten, Leute!“). Romantik ist halt auch in Italien manchmal nur Konstrukt…

Palazzo della Regione in Reggio di Calabria

Das Finale unserer Wanderung soll nach dem Mittagessen das Archäologische Nationalmuseum sein. Da dieses aber wegen Restaurierung geschlossen ist, müssen wir den Palazzo della Regione (Foto) finden, wo die wichtigsten Exponate aus vier Stockwerken Nationalmuseum zwischenbestaunt werden können. „Alles ganz einfach“, sagt der Museumschef, bei dem wir nachfragen. 200 Meter geradeaus, aber nicht zu sehr, dann abbiegen, aber unterhalb, rechts etwas passieren, links davon dran vorbeigehen, Ampel grüßen, aber nicht darüber gehen, dann die einzige Straße nehmen, die wir sehen und davon die linke wählen. Dazu noch verlässt sich beim Zuhören Gaby auf mich und ich mich auf Gaby, und nach der ersten Biegung haben wir schon alles vergessen.

Beim Passanten-Casting, bei dem wir vertrauenswürdige und sachkundige Bürger auswählen um nach dem Weiterweg fragen, landen wir bei einem Ömchen, das gerade ein Sonnenbad nimmt, sich nach meiner Frage leutselig erhebt und sich freut, dass sie in ihrem Alter überhaupt noch jemand anspricht, aber leider nichts Informatives zu Stande bringt. Die jungen Leute scheinen rein gar nicht interessiert zu sein und der letzte Befragte repariert gerade sein Auto und starrt nach unserem Fragen zwei volle Minuten in die Ferne, ehe er sagt: „Geradeaus…und dann rechts.“ Das war immerhin geografisch richtig, aber nicht von der Straßenlage her. Wedha, mit weniger Italienisch als wir anderen zwei gesegnet, sieht letzten Endes immerhin das richtige Schild.

Im Hafen von Reggio di Calabria Und hallelujah, der Palast ist nachmittags sogar offen! Nur Fotos dürfen wir nicht machen, dafür gibt’s aber ein Video zu sehen. Ganz knapp, bevor eine 8-köpfige italienische Familie durch die Tür tritt, haben wir uns für die englische Version des Videos entschieden, und sehen es, auf dem Fußboden vor dem Bildschirm kauernd, dann alleine. Der Film dreht sich um die berühmtesten Ausstellungsstücke des Museums, die „Krieger von Riace“. Diese Bronzestatuen wurden 1972 vom Meeresboden gehoben und danach durch ganz Italien zu verschiedensten Spezialisten zum Aufpäppeln geschickt, wobei offensichtlich massig Arbeitsplätze entstanden sind. Die Menge der restlichen Exponate ist dermaßen verschwindend gering, dass man für den Rest der Ausstellung dann noch etwa 10 Minuten benötigt. Am Ende pilgern wir zum Hafen von Reggio und es entsteht noch ein gemeinsames Bild :-).

Vielen Dank an meine gut gelaunten Begleiterinnen für den Trip und bis nächstes Mal,

euer Thilo

Die Süßholzraspler von Rossano

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Panorama von Rossano in Kalabrien

Einen Gruß an alle, die auch noch beim x-ten Male Kalabrien wieder dabei sind!

Obwohl die Überschrift es vermuten lässt, gibt es in diesem Beitrag weder Flirtlektionen noch jegliche zur Tagespolitik Bezug nehmenden Kommentare. Vielmehr geht es um echtes, biologisches Süßholz, woraus in Rossano die weltberühmte Lakritze hergestellt wird. Außerdem hab ich Tipps, wie man sich günstig strafbar machen kann. Später mehr dazu.

Wenn man mit dem Zug an die Ostküste nach Rossano fährt und dann (nur) etwa fünf Stunden Zeit zur Verfügung hat, muss man vorher eine Entscheidung treffen. Will ich Dom, Diözesanmuseum (mit evangelischen Pergamentschriften des 6. Jh.) und weitere Kirchen haben, muss ein erster Berg genommen werden, auf dem halbstündlich der Bus wartet, der einen dann auf weitere 275 Meter Höhe zu all den genannten Dingen bringt. Man kann auch versuchen selbst zu klettern, aber man kommt nur bis zu dem Punkt, an dem ich das Foto gemacht habe.

Die Alternative ist, in Reichweite des Bahnhofs in der Unterstadt (Rossano Scalo) zu bleiben und den Strand am Ionischen Meer sowie Museum und Produktionsstätte der Amarelli-Lakritze mitzunehmen. Beides zusammen schafft man zeitlich jedoch nicht. Wenn man zu Fuß unterwegs ist, ist nicht mal gewährleistet, überhaupt zur Lakritze zu gelangen. Google sagt mir nämlich (wahrheitsgemäß), erst an den Bahngleisen die Via dei Normanni entlang zu gehen, um dann in die Via Conca d’Oro einzubiegen. Dieser Punkt ist aber die Auffahrt zu einer Art Autobahn. Für Fußgänger etwas fix.

Also wieder zurück, und Ausweg suchen. Was spricht dagegen, die Straße vor der Auffahrt, die Via Aquitania, zu nehmen, direkt zur Firma zu marschieren und die Autobahn so zu umgehen? Richtig, ein: Zaun! Wie kommt man vom Bahnhof in Rossano zu den Amarelli-Lakritze-Werken? Dieser geht ununterbrochen vor sowie hinter der Gleisstrecke entlang, Wegbeschreibung Amarelli-Lakritze.Museum in Rossano ist aus Eisen bzw. sehr stachelig und steht auf der Vorderseite sogar auf einer Mauer. Es gibt nur 1 Stelle kurz vor der Via dei Bizantini, an der er auf der gegenüberliegenden Seite kurz unterbrochen ist (s. links). Man kann für den Hinweg auf die Mauer klettern, den Zaun übersteigen, müsste dann aber die doppelte Höhe nach unten springen, wobei man nicht in die rostigen Spitznägel fallen sollte – und ach ja, und wie käme man zurück? Zum Glück lehnt an der Innenseite der Mauer etwas sehr Sympathisches (s. rechts), das mir hilft, an diesem Tage unerlaubt die Bahngleise zu betreten und auf der anderen Seite (auf fremdem Grundstück) anzukommen. Und mir nebenbei sagt, dass wohl nicht nur ich das tue.

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Für den Besuch des (etwas versteckt gelegenen) Wahrzeichens von Rossano musste ich mich vorab anmelden. Weil sonst nie einer kommt und die Museumsleute sich nur auf Anfrage auf den Weg machen, mutmaße ich. Weit gefehlt. Rund 40.000 Mann (vermutlich aber motorisiert) rennen dem über 200 Jahre alten Familienbetrieb jährlich die Bude ein. Das ist Platz zwei in Italien, gleich hinter dem Ferrari-Museum. Von der Produktion sehe ich allerdings nur die Lakritzepflanzen im Hof, die getrockneten Süßholzwurzeln. Für Einblicke in die Produktion hätte ich zwischen 9 und 11 Uhr kommen müssen. Treue Leser wissen vielleicht, warum das nicht ging.

Dafür ist meine Führung durch das Museum auf Deutsch. Claudia, in Duisburg geborene Italienerin, zeigt mir drinnen wie draußen im Hof die Exponate, wozu verschiedene Maschinen (z.B. Stanz- und Formungsapparate), Lakritzprodukte von gestern und heute sowie der Guggenheim-Kulturpreis von 2001, fein säuberlich in einer Vitrine aufbewahrt, gehören. Der Autoreifen ist übrigens wirklich aus Lakritz gefertigt, als Expo-Gag für den Stand eines bekannten Reifenherstellers und 70 Kilo schwer. Die Amarelli-Werke sind 1 von nur 3 Firmen weltweit, die Lakritze in Reinform herstellen. Das allein ist so überwältigend, dass man auf Werbung gänzlich verzichten kann und trotzdem überall in den Weltläden präsent ist. Übrigens auch in Aromen von Zahnpasta, Parfüms und Nudeln.

Am Strand von Rossano in Kalabrien

Wir reden im Zuge dessen länger als die vereinbarte halbe Stunde und ich gehe danach noch weiter, zum Wasser. Der Strand hier ist bestückt mit vielen Steinen, und das Ionische Meer ist ein sehr schönes Blau. Nur die Schornsteine der Fabriken stören etwas. Baden sollte man vielleicht woanders. Natur und Landschaft in Rossano, Kalabrien Rossano mit seinen ca. 36.000 Einwohnern gibt sich in erster Linie die Attribute Landwirtschafts- und Handelsstadt, sowie “reich an Naturschauplätzen“. Nun, nachdem ich mich tarzanesk über die Gleise schwang, habe ich sogar was davon gesehen. Es gibt im Verborgenen schöne Haine und Pinienalleen.

Ich bereue es nicht, mich für den unteren Stadtkern und seinen drolligen Überraschungen entschieden zu haben. Letztlich werde ich dafür verantwortlich sein, dass auch Fußgänger in den Genuss einer Museums- und/oder Firmenbesichtigung kommen (oder dass sie sich die Hose am Zaun aufreißen). Ich kaufte im Überschwang der Gefühle gleich zwei Produkte aus dem Lakritzshop, für die ich nur noch Abnehmer suche. Denn ich steh dann doch mehr auf Schoki. Ein Gruß an den Lakritze-Staff soll es heute abrunden.

Ancora qualche parola per le collaboratrici del servizio del museo della „Bottega dei Prodotti Tipici Calabresi“ nel caso che loro leggiano. Vorrei ringraziarvi per la visita guidata e tutte le informazioni! La mia ultima frase in tedesco non è corretta, mi piacciono sia la liquirizia sia la cioccolata :D. Ma il blog, come probabilmente avrete notato, è un pò ironico e deve far ridere i suoi lettori. Cari saluti e buona fortuna a voi,

da Thilo dalla Germania, Erfurt

Nordkalabriens Diamanten

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Lungomare in Diamante in Kalabrien

Salve! („Hallo“, wenn Buongiorno zu förmlich erscheint oder Ciao langweilig wird)

Kalabrien beanspruchte mich meiner Meinung nach in letzter Zeit außerordentlich, sodass ich am Samstag beschloss, mal Kalabrien und seine Gegend zu beanspruchen. Zwei Städte äußerst klangvollen Namens sollten entdeckt werden, die sich beide an der oberen Westküste der Region befinden.

Die Bummelpromenade auf dem Bild (“Lungomare“) befindet sich in Diamante. Dessen Bewohner wurden im 15. Jahrhundert von Fürst Carafa regiert, der von seinen Untergebenen (den Diamantenen eben) im Gegensatz zu anderen Herrschern keine Feudalabgaben einforderte. Seit dieser Zeit hat sich dort eine relativ liberale Grundgesinnung gebildet, mit der Stadt und Region in vielen Freiheitskämpfen danach verteidigt wurden. Der Lungomare ehrt die größten Verteidiger durch deren namentliche Benennung einzelner Promenadenabschnitte.

Ausflug zu den murales in Diamante in Kalabrien Diamante ist weiterhin für seine murales (“muro“ = Mauer) bekannt. 1981 haben Künstler begonnen, Bilder mit ihren Ideen, aber auch Wünschen an Häuser- und Kirchenwände zu malen. 1986 zogen einige Dichter nach und versahen ihrerseits die Malereien mit Gedichten und Lyrik. Seitdem kommen immer wieder neue Schöngeister in die Stadt, die sich von Neuem durch ganz Diamante färben und texten, was das Zeug hält. Denn ewig hält sich sowas ja nicht an der Wand, sei’s durch Regen, Wind oder den Hausherrn, wenn ein Pinselwütiger das Fenster in sein Gesamtwerk mit einbezogen hat.

Küstenorte in Kalabrien: Diamante am Meer Das da rechts musste übrigens sein 😀 Auf ein Foto mit plätschernden Wellen, formidablen Steinen und der Isola di Dino im Hintergrund konnte ich einfach nicht verzichten. Allerdings wollte ich weder zu den Dinos noch auf Grund der frischen Brise meine Jacke ausziehen, was sich im nächsten Städtchen dann noch ändern sollte. Laune und Dreifaltigkeit des Wetters sind in Kalabrien sehr bemerkenswert. Auf manchen Bergen noch Schnee, rundherum Palmen unter der Sonne und zu den Füßen das Meer.

Altstadt von Scalea in Kalabrien

Das zweite Städtchen Scalea, wer ahnt es schon, bedient sich in seinem Namen einer Treppe (“scala“). Die mittelalterliche Altstadt lehnt sich, wie man hier vom Strand aus sieht, an einen Hang und bietet dort Kirche, jede Menge Kastell und das Antiquarium. Dieses ist ein Museum, das antike Funde aus dem Paolä…aus dem Plaoä…aus dem Paläoli…, na jedenfalls von vor vierzig- bis sechzigtausend Jahren v. Chr. zeigt. Scalea ist eine der ältesten Städte Kalabriens und wurde von den Byzantinern auf den Ruinen einer römischen Siedlung erbaut. Geschichtsstudenten, die noch mit Herz bei ihrem Fach sind, hätten hier ihre pure Freude!

Ausflug nach Scalea in Kalabrien Den entgegengesetzten Blick von oben gibt es von der Piazza de Palma aus. Der Betrachter kann von hier aus ungestört das Grinsen des sonnigen Gemüts des Tyrrhenischen Meeres erwidern. Die Anzahl der Genitive in diesem Satz entspricht etwa der Anzahl, wie oft ich mich in den engen Gassen der Altstadt verlaufe.

Stadtführung endet bei Padre Pios Schon am Bahnhof nehme ich die falsche Route und komme am Ende des Rundgangs dort raus, wo man eigentlich laut Reiseführer normalerweise starten sollte. Als Erkennungszeichen hätte mich dort, auf der Piazza Saverio Ordine, ein Brunnen begrüßt. Über dem thront die Figur des heiligen und vielfach verehrten Padre Pios und scheint mir stattdessen zu sagen: “Tscha, so is‘ das, min Jong!“ Danke, Padre Pios, danke.

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Zum Sonnenuntergang und Abschluss des Tagestrips darf ich noch den an diesem Abend schönsten Strand der Welt begutachten. Selbst die untauglichste Kamera dürfte zu der Zeit und an diesem Ort hier traumhafte Bilder hinbekommen haben. Hinter mir befindet sich ein altes Kastell. Wie auch von den Kirchen gibt es davon allerdings reichlich, und so habe ich vergessen, ob es normannischen oder byzanthinischen Ursprungs ist. Ich werde Mini-Alex fragen. Minnie, was meinst du? 😉

Fahrkartenschalter in Italien (Kalabrien) Überdies, ein Ziel für den Massentourismus ist Kalabrien angeblich noch nicht. Als Grund bzw. als auch dessen Folge (ein tautologischer Streitpunkt) sind unter anderem die unregelmäßigen Zugfahrpläne zu nennen, die ein Losreisen 6 Uhr morgens bzw. nicht ausreichend Zeit in der Tagesmitte bedingen. Die Busverbindungen fangen dies etwas auf, wobei viele Busse am Wochenende jedoch gar nicht fahren. Eine Fahrkarte kann man stets im Zug kaufen – es wäre auch ärgerlich, wenn man sonst abends gegen halb acht sowas wie hier links lesen müsste.

Alle Orts- und Platzangaben dienen zur Nostalgie für schon Dagewesene und dem Auffinden für noch Reiselustige. Auf Wunsch hinterlasse ich gern eine Route, auf der man sich nicht von Pater Pios belehren lassen muss.

A prossimo (wenn Arrividerci zu förmlich ist UND man gerade keine Lust darauf hat),

il vostro Thilo

Viva la musica

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Hallo in alle Welt, liebe Blogleser.

Von allen in Kalabrien geborenen Personen haben in der Neuzeit lediglich zwei (positiv) überregionale Bekanntheit erlangt. Einer ist der Fußballspieler Gennaro Gattuso, der 2006 in Deutschland Weltmeister wurde und lange Zeit beim AC Milan spielte. Dieser Tage weilt er wieder einmal in seinem Heimatdörfchen*, wo er bei einem Trainingslager seines aktuellen Teams die Altersteilzeit als Profikicker ausklingen lässt.

Jedoch noch lange, nachdem die Enkel Gattusos längst selbst Spieler gewesen sein werden, wird man sich in ganz Kalabrien ewig eines anderen erinnern, und wohl auch mit Wehmut an ihn zurückdenken. Es ist der durchweg durch alle Generationen populäre, von gestern bis heute in Italien und auch in Europa bekannte Liedermacher Rino Gaetano (1950-1981), Kalabriens berühmtester Sohn. Seine Lebensgeschichte kennt hier schon von klein auf jedes Kind.

Macht bitte eine Fehler nicht – und lest jetzt oder später den deutschsprachigen Wikipedia-Artikel über diesen Mann. Die dort enthaltenen Fakten stimmen soweit, geben aber die Lebensleistung von Gaetano unzureichend und vollkommen verzerrt wieder. Lieber bringe ich selbst zusammen, was mir die Einwohner an Wissen über ihn antrugen. Sodann, fahrt ab das Band!

Geboren in Crotone, verlebt der junge Rino die ersten zehn Jahre seines Lebens an der Ostküste Kalabriens. Danach zieht die Familie nach Rom, wo er in einem Quartett erste Bühnenerfahrungen sammelt und sich sein Talent herausstellt, markante Botschaften hinter auf den ersten Schein gewöhnliche oder gar plump aussehende Texte zu legen und dadurch die Zensur zu umgehen. Inspiriert wird Gaetano unter anderem – man merke auf – auch von deutschen Kabarettisten.

Nicht nur das Songwriting, auch die Stimme des Multiperformers ist unverwechselbar. Rau, aber ehrlich könnte man sagen. Die ironischen und zugleich anklagenden Texte über die zerbröckelnde bzw. nie dagewesene Einheit Italiens und aktuelle politische Ereignisse wurden mitunter von den Zuhörern zu Lebzeiten des Sängers gar nicht verstanden, erfahren jedoch auch heute noch oftmalige Bestätigung. Wiederum eines der schönsten italienischen Liebeslieder aller Zeiten stammt ebenso aus seiner Feder. Aida widmet er nicht operettenhaft einer einzigen Dame, sondern der Italienerin in ihrer Einzigartigkeit an sich.

Rino Gaetano war nur etwa 8 Jahre im Musikgeschäft tätig, in denen er eine Handvoll Studioalben produzierte und etwa ein Dutzend Singles veröffentlichen konnte. Am 2. Juni 1981 wurde er nach einem Autounfall mit schwersten Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert. Gaetano, Idol unzähliger Italiener, der aber auch immer wieder durch sein provokantes Auftreten polarisierte, lag schon im Koma, als der Chefarzt in Ermangelung ausreichender eigener medizinischer Behandlungsgeräte um eine Verlegung in andere Krankenhäuser telefonierte. Nachweislich mindestens drei geeignete Hospitale verweigerten die Aufnahme des Patienten, sodass dieser am nächsten Morgen mit nicht einmal 31 Jahren verstarb. Geblieben ist sein Gesamtwerk, das das Zeug zur Ikone besitzt und vielleicht schon längst eine ist. 2007 wurde seine Biografie verfilmt, unter dem Titel seines vermutlich berühmtesten Liedes.

Unical hat eine schöne Cafeteria

Ach, das war traurig. Aber so bitter es auch ist, frühe Ableben sind bei der Legendenformung nicht unbedingt hinderlich. So weit ist die Band “Israfel“ zum Glück noch lange nicht. Deren Frontmann und –frau, ach, Frontpaar sind Francesco (links) und Roberta (rechts), beide quicklebendig. Israfel ist eine kalabrische Rockband aus Studenten meiner Universität, die aus ihrer Zeit etwas Sinnvolles machen und dieser Tage ihr erstes Album aufgenommen haben. Urheberrechten geschuldet, darf ich hier jedoch keine Songfragmente hochladen. Macht aber auch nichts, wegen Rino heulen bestimmt auch an dieser Stelle jetzt noch alle :D.

Roberta und Maria (2.v.r.) sind zwei meiner wenigen sprachlichen Spiegelbilder an der Uni. Sie sprechen exakt die gleichen Sprachen wie ich, nur in den jeweiligen Niveaus stehen wir uns asymmetrisch gegenüber. Das bedeutet trotzdem, dass man sich immer eine Verständigungsform aussuchen kann. Wenn ich etwas akustisch nicht verstanden habe, wählen beide aber italienisch.

Im Übrigen, an die Frage “Capito?“ musste man sich erst einmal gewöhnen, da das Wort „kapieren“ im Deutschen dem Nichtkapierendem etwas leicht Begriffsstutziges unterstellt, der Italiener es aber (meistens zumindest) gar nicht so meint, weil es eben nicht wie bei uns aus der Umgangssprache kommt.

Professore Marcello Walter Bruno

Achso, was Lustiges wollt ihr auch noch. Na keine Angst, es ist wieder Prüfungszeit. Bücher sind zu lesen, passagengenau einzustudieren und Zusammenhänge in einer fremden Sprache erklärbar zu machen. Ausreichend Zeit (vier Tage) vor der Prüfung kriegen auch Erasmus-Studenten über den Termin des sogenannten “Appello“ Bescheid. Appell, na klar, da muss man pünktlich antreten und alles dabeihaben! Weiß doch jeder Deutsche. Die 5 Bücher hast du wochenlang in Akribie durchgearbeitet, das wird schon werden.

Nun habe ich aber diesen Professor da. Hatte man schon über den Bericht meiner ersten mündlichen Prüfung im Dezember den Kopf schütteln müssen, wurden mit dieser jetzt nun wirklich sämtliche Mindeststandards eines leistungsgerechten Examens komplett unterminiert. Während des Prüfungsgesprächs (zu dritt bis zehnt) redet nur der Prof, staucht seine Studenten hinlänglich ihrer Unwissenheit zusammen und gibt dann am Ende 26 von 30 Punkten, bis ihn Student, Schaulustige, er sich selbst oder alle zusammen auf 27 bis 28 Punkte überreden.

Am Rande bemerkt, sollte der Blogeintrag auch einen Tag früher erscheinen. Nur konnte keiner wissen, dass vor den drei letzten Studenten des Tages samt mir die Tür zugeht und man auf den nächsten Morgen vertröstet wird. Das ist nur deswegen gut, da ich dem Prof(!) bis dann auch das Dokument für die Eintragung meiner(!) Note beschaffen kann, das er zu beschaffen nicht weiß. Nach tageübergreifend 7h Wartezeit komme ich dran, darf mir mein Thema selbst wählen, werde nach 3 Sätzen (in denen ich rein nichts Inhaltliches sage) unterbrochen mit der Feststellung, ich werde das schon können. Note nicht etwa 30, nein 26 Punkte. Zu gut solle es auch nicht sein. Letzthin gab es einen Skandal an der Uni um verdächtig gute Abschlussnoten, da müsse man vorsichtig sein, heißt es.

Es grenzt an Realitätsferne, dass ich mir am selben Tage ein Buch für die letzte Prüfung zulege, wenn doch eh alles umsonst zu sein scheint. Es tröstet, dass ich mir durch das Kraftlesen der ganzen Literatur die Vokabeln für „Falschheit“, „Realitätsfetzen“ und lektürebegleitend „Was für eine Schei..!“ aneignen konnte, wenngleich ich darauf verzichtete, sie dem Prof und seinem Team um die Ohren zu hauen.

Aber hey, wofür hat sich R.G. die Mühe gemacht und Lieder für solche Momente geschrieben?

Euer Thilo

*Quelle: Delia, Kommilitonin und designierte Deutsche, die genau wie auch der Gennaro die Mamma in Corigliano hat 😉

Italienische Laurea in Catanzaro – Feiern mit Diplom

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Geschenke und Torte bei Marias Laurea

Herzlich Willkommen zurück im Blog!

Die Freundin meines Mitbewohners Stefano, Maria, beendete dieser Tage erfolgreich ihr Studium der Ökonomie an der Universität Kalabriens und lud feierlich zu ihrer Graduierung und anschließender großer Sause, auf der sie oben nebst ihrem treu Ergebenen zu sehen ist. Wie man sieht, gratuliert auch der Kuchen persönlich der frischgebackenen „Dottoressa Maria Pirelli“. Anders als in Deutschland ist man in Italien mit Absolvieren von Triennale (Bachelor) und Speciale (Master) schon sofort ein/e Dottore/ssa.

Es war nicht selbstverständlich, dass ich als lediglicher Mitbewohner Stefanos von Maria zu Laurea und Feier eingeladen wurde. Wenngleich ich als exotisches deutsches Würmchen sicherlich auch als die Attraktion herhalten sollte. Dessen ungeachtet nochmal ein “Grazie mille, Maria!“ und Grüße an dich, wenn du das hier irgendwie lesen solltest! Jetzt aber genug gefaselt, und in Hopsdiwopsdi-Style durch die Geschehnisse.

Verteidigung der Abschlussarbeit an der Uni Kalabrien ;-)

Bevor hier Dottoressa geworden wird, muss man in der Universität noch seine Diplomarbeit vor ein paar Damen und Herren verteidigen, die in ihrer Tracht an Proporz eigentlich kaum mehr zu überbieten sind. Zwar hat auch Maria eine Art Konterrobe an, aber selbst mir in der dritten Reihe graust es vor Ehrfurcht. Nur eben nicht lange, denn bei der enormen Aufmerksamkeit der Professoren (Detailansicht) geht die als Verteidigung angedachte Prozedur langsam, aber sicher bald in ein Schwätzchen über.

Die zeremonielle Atmosphäre geht eh schon vorher abhanden. Die reservierte Aula ist zu klein für alle Absolventen samt Angehörigen, von daher nehmen immer nur drei bis vier Familien im Publikum Platz und rücken langsam weiter vor, bis ihr Schützling an der Reihe ist, während hinten schon die nächsten in den Saal drängen. Alles sauber organisiert.

Marias Arbeit dreht sich thematisch um internes Auditing in einer Firma. Sie erreicht mit 110 Punkten die beste Bewertung, die überhaupt möglich ist. Damit stellt sie sämtliche Kommilitonen in den Schatten und wird danach auch von keinem anderen mehr übertroffen werden. Noch knorker als das finden Familie und Freunde jedoch, dass sie rechtzeitig vor 4 Uhr fertig wird, und man draußen bei Tageslicht noch gute Fotos von der Familie schießen kann.

Marias Geschenke für ihre Laurea in Catanzaro

Wenn in Italien jemand seine Laurea hat, gratuliert man nicht nur dem Absolventen selbst, sondern auch seiner ganzen Familie. Angesichts der Größe italienischer Familien nimmt dies einige Zeit in Anspruch. Gilt in Deutschland eine Kinderzahl ab drei als viel, ist das in Kalabrien eher ein Zeichen von Sparsamkeit. Zu diesem Zeitpunkt weiß dazu wohl auch keiner, wer eigentlich der Junge mit dem drolligen Akzent ist, der da reihum jedem Bambino der Pirellis die Hand gibt und allerhand Wangen beschmatzt. Auf der großen Feier sollte ich also alle ein wenig besser kennenlernen.

Wir fahren kurze Zeit darauf zu sechst auf der Autobahn in einem Fiat nach Catanzaro, der Hauptstadt Kalabriens, Heimat von Maria und Ort der Feier. Stefano scheint mir auf der rund zweistündigen Fahrt ganz schön auf die Tube zu drücken, doch beruhigt er mich nachhaltig. Man könne mit dem Fiat seiner Mutter gar nicht schneller fahren als erlaubt, wenn man einfach nur mal dem Tacho Glauben schenke. Wie ich sehe, steht dieser nämlich allzeit auf 0 km/h, weil er schon seit langem den Geist aufgegeben hat.

Catanzaro ist eigentlich auch Stefanos Heimat. Da die Stadt, auf mehreren Hügeln erbaut und mit zahlreichen Brücken miteinander verbunden, sich immer weiter zum Ionischen Meer hin ausbreitet, liegt Stefanos Hügeldörfchen etwas außerhalb der Kernstadt und gehört somit nicht mehr so richtig dazu. Dafür sorgen seine Schwester und ihr Team für die gastronomische Verpflegung auf der Feier, da sie im örtlichen Partyservice arbeitet und das Geld für Lokalität und Essen somit teilweise in der Familie bleibt.

Ein Deutscher auf einer Laurea in Catanzaro!

Ein bisschen fühle ich mich wie Jan Weiler aus “Maria, ihm schmeckt’s nicht!“ auf seinen italienischen Familienfeiern. Das Buch hat mir meine Schwester kurz vor meiner Abfahrt im August mit auf den Weg gegeben. Es spielt ebenfalls im Süden Italiens und erzählt erstaunlich nah real. In Catanzaro heißt zum Glück nicht, wie befürchtet, jeder Zweite Antonio, und ich kann auch die Marias auseinanderhalten, aber es gibt Unmengen an Essen, zahlreiche Gänge und Nachtische bis hin zu Cocktails.

Weil ich rein optisch ins Ambiente passen will, leihe ich mir von Stefano einen Tag vorher typisch italienische Klamotten. Ich wundere mich allerdings, wie er, noch viel breiter als ich, je in sie hineingepasst haben mag. Die Hosen aus feinem Stoff halten zwar warm, doch darf ich nicht mehr als drei Gänge essen, da das andernfalls wohl die Knopfleiste sprengt. Auch das Hemd kriege ich nur an, wenn ich in beide Ärmel zugleich hineinschlüpfe und das Vaterunser bete, dass weder der Stoff reißt noch meine Schultern auskugeln. Eng ist hier scheinbar echt angesagt.

Es integriert einen allerdings gut und man kommt mit allerlei Kalabresen ins Gespräch. Ich erzähle an diesem Abend in etwa 20 unterschiedlichen Versionen, seit wann ich Italienisch lerne, wie sehr mir doch Kalabrien gefällt und welches Bier in Deutschland zu empfehlen wäre. Halb 11 ist meine Stimme weg, weil ich versuche, in den Dialogen Höhe und Lautstärke der italienischen Stimmen zu imitieren. Inzwischen kann ich aber auch schon nur mit meinen Händen reden.

Bei Stefanos Famiglia in Catanzaro

Die darauffolgenden eineinhalb Tage sind Guiseppe und ich in Stefanos “Casa“ zu Gast, es ist gemütlich dort und Stefanos Mamma kocht allerlei schmackhafte Dinge. Das Haus der Valentis ist ein selbsterrichtetes Eigenheim, drinnen fehlen allerdings einige Standards, an denen Mitteleuropäer wohl festhalten würden. Es ist beispielsweise unvorstellbar kalt dort, der eigene Atem kondensiert vor Augen und die Bewohner scharen sich tagsüber um den Kamin.

Dort ist auch Abby zu finden, eine riesige Hundedame mit dem traurigsten Gesicht der Welt, das sie aber einzusetzen weiß, damit sie etwas von unserem Mittagessen bekommen kann. Hunde sind in Italien sowieso in. Vor der Tür bekläfft noch ein weißer Pudel jeden, der (mit Hilfe eines Löffels!) den Mechanismus der Eingangspforte betätigt. Eine Art Geheimtür, ohne Schloss. Draußen letztlich schiebt noch “Boss“ Wache. Im Gegensatz zu Abby ist mit Boss nicht gut Pasta essen, ohne Begleitung eines Valentis landet man eventuell in seinem Magen.

Stefano wohnt in diesem Vorort von Kalabrien

Wir verbringen mit sogenannten „Ausflügen“ die Zeit zwischen den Mahlzeiten. Sie führen uns zweimal ins örtliche Einkaufszentrum, einmal noch zu Maria und zu guter Letzt noch aufs Dach unseres Hauses. Dort kann man in der Ferne den herrlichen Panoramablick auf Berge und Täler genießen, von Nahem gibt es Aussicht auf den Innenhof einer Firma, die einen der Hauptindustriezweige im Städtchen vertritt. Sie stellt Mülltonnen her.

Vielen Dank an alle Freunde, die mir diesen Blick ins Innenleben Kalabriens ermöglichten und denen ich es mit dieser Dokumentation danken möchte. Und hoffentlich übersetzen sie mit Google nur diese zwei letzten Sätze. 😀

Viele Grüße,

euer Thilo

„Dio mio! Non ti preoccupare!“

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Vorbei an Ortschaften, Stränden, Anlagen und natürlich dem Meer düst der Zug von Rom aus wieder in meine Lebensabschnittsheimat Kalabrien. Das Video (und noch ein längeres auf demselben Nutzerkanal) ermöglicht das Mitbestaunen dieser Gegend, irgendwo zwischen Salerno und Paola. Landschaft und Natur sind gewaltig schön, und das Wetter gar nicht mal so trüb wie es der Anschein glauben machen will. Denn allein die Scheibe ist so dreckig.

Das erste, was ich in Paola tue, ist: Strippen. Gewiss lasse ich die Klamotten nicht so lasziv wie sonst fallen, aber mit T-Shirt-Temperaturen ist nicht zu spaßen, wenn man deutschlandangezogen ist. Die Nächte indes sind nach wie vor “molto freddi“. Freddy heißt nicht der Nachtwächter, sondern das bedeutet „äußerst kalt“. Das Gegenteil, „warm“ heißt „caldo“, womit man als Deutscher durchaus schon mal durcheinander gerät.

Aber so ist das mit falschen Freunden in Fremdsprachen. Gut, wenn man Wörter und Sätze kennt, die keine Missverständnisse verursachen, zum Beispiel „Non ti preoccupare“. Diese drei Worte lösen jegliche Konfliktsituation auf, man hört sie neben “Grazie“ (Danke), “Scusa“ (Entschuldigung) und “Come va? Tutto al posto?“ (Wie geht’s? Alles klar?) am häufigsten. NTP bedeutet so viel wie „Lass nur gut sein!“ oder „Sorge dich nicht deswegen“. Und Grund, sich aufzuregen, hat man in Italien ja genug. Aber so lässt sich’s etwas relaxter angehen.

Meine Tesina (Hausarbeit) bei Professoressa Burza

Die Nacht der Oscar-Preisverleihungen rückt wieder näher und ach, wird sich meine Professorin ob der Aktualität des Themas meiner Hausarbeit wohl freuen! Mit der Abgabe dieser an Schönheit grenzenden Tesina (Hausarbeit) ist die zweite Prüfungsleistung geschafft. Ich hoffe, Professoressa Burza versteht alle meine dortigen Ausführungen auf Italienisch genauso gut wie ich ihre Beiträge in der Vorlesung.

Eine Nette isse auf jeden Fall. Nicht nur, dass sie angesichts der glühenden Morgensonne stets persönlich die Vorhänge der riesigen Aulafenster zusammenknotet („Die Studentinnen in der ersten Reihe sollen nicht schon vor Mittag zur Pizza gebacken werden!“), sie ist nebenbei auch die größte Matchmakerin der Universität Kalabriens. Wer als Single ihre Vorlesung besucht, der durchläuft das gesamte Vermittlungsprogramm der Professorin. Ob er will oder nicht, er muss.

Die angedachten Konstellationen der Burza treffen nicht immer den Geschmack der Beteiligten, aber wer eine gute Note will, muss die Angelegenheit auch einfach einmal aussitzen. Zum Beispiel neben mir. Naja, wie auch immer, im Kurs „Media Education“ wurde sich auf jeden Fall am besten um die Gaststudenten gekümmert, und lustig war es mit Wedha, Mega (Indonesien), Gaby (Honduras) und Maria (Ecuador) in jeder Stunde sowieso. Hab viel zu oft gefehlt :D. So lustig war das, wie es im nachfolgenden Häusle wohl wenig bis eher gar nicht zugehen dürfte.

Gottesdienst in Kalabrien

Bisher war mir im Blog ja nichts heilig gewesen. Und so beschloss ich, einmal den wunderschönen Tönen der Kirchenglocken zu folgen, die jeden Mittag und Abend statt eines dumpfen Bam-Bams eine wundersame Melodie zusammentragen. Nur 5 Minuten von unserem Häuschen findet die katholische Messe statt. Die Hütte ist gerammelt voll, es gibt georgelte Livemusik, der Pfarrer spricht deutlich und fließend und am Ende geben sich alle die Hand und sagen sich “Pace!“, Frieden.

Meine Mitbewohner Stefano und Guiseppe hören und sehen dem ganzen Spektakel jedoch eher teilnahmslos zu und erheben sich ab und zu von ihren Stühlen, um in ein Liedchen einzustimmen. Wie viele andere junge Leute hier sind sie eher Gelegenheitsgläubige, die nur nach langer Abstinenz wieder mal zur Messe kommen, um ihre Kirchenspende in den Hut des Messdieners prasseln zu lassen, als dieser bei uns drei verlorenen Seelen an der hintersten Kirchenbank ankommt. Vielleicht war es das für die beiden sogar schon für 2013, und alle Messen sind längst gesungen.

Mit der Kirche oder sonst irgendwem halten es Vincenzo und Antonio, die beide unter mir wohnen, wohl längst nicht mehr. Beide dürften aktuell nämlich ziemlich geladen sein. Auch der Herr hat nichts dagegen unternommen, dass über Neujahr in ihre Wohnung eingebrochen wurde. Gerätselt wird noch, wie die Langfinger das Kunststück fertiggebracht haben, das eingemauerte Gitter vor dem Fenster aus der Wand zu reißen. Der Glaube wird den Dieben vermutlich keine Berge versetzt haben, vermutlich aber ein Wagenheber Vincenzos Fenster ein ausreichendes Stück weit aus dem Fundament.

Es wäre schön, wenn die Leser dieses Blogs die angeführten Diebestechniken nicht weiterverraten oder gar noch selbst ausprobieren. Andernfalls werden sie verpflichtet, das nächste Mal auch zur Messe zu kommen! 😀

Göttlichst und bis bald,

euer Thilo

Ein Schiff wird kommen…

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Gepäck von Kalabrien nach Deutschland

Es kommt nicht alle Tage vor, dass man 5 Uhr morgens aufsteht, um einen genau geplanten Reiseplan einzuhalten und von Kalabrien ins 2000 Kilometer entfernte Berlin zu gelangen. Einen Tag vor Weihnachten sitze ich also zu unchristlicher Zeit morgens im Schnellzug nach Rom, um ja nicht den Flieger zu verpassen, der kurz vor 18 Uhr dort abheben soll. Ein Zeitpuffer ist dabei auch enthalten, denn in Italien kommt ja nicht immer alles pünktlich – und wenn, lässt ja Murphy’s Gesetz üblicherweise zu spät kommende Züge so weit zu spät kommen, dass das üblicherweise verspätete Flugzeug pünktlich abfliegt.

Weit gefehlt an diesem Tage. Die Italiener und ihr Schnellzug beweisen sich, und das deutsche Flugzeug lässt bitten. Ich bin nach einer herrlichen Fahrt an der italienischen Westküste entlang gegen 14 Uhr in Rom-Fiumincino, wo über allen Köpfen die Sonne strahlt. Das Boarding allerdings wird wegen des schlechten Wetters in Deutschland, aus der die Maschine erst kommt, immer wieder verschoben, sodass wir schließlich zwei Stunden später starten, als wir eigentlich schon in Berlin gelandet sein wollten!

Als ich endlich in dem Vogel sitze, gibt es einen medizinischen Notfall mit Ankündigung, da das lange Stehen und Warten, dass es endlich losgeht, einigen älteren Herrschaften kreislaufmäßig einige Probleme bereitet. Inzwischen ist es so spät, dass bis zuletzt nicht klar ist, ob wir in Tegel noch landen dürfen (wegen des Nachtflugverbotes) und man uns nicht nach Schönefeld schickt. Wo es so gemütlich ist. Und alle auf einen warten. Letztlich wird um Mitternacht doch noch der heimische Boden geküsst.

Erste Prüfung an der Uni Kalabrien geschafft

Bevor es aber Richtung Heimat ging, musste ich erst noch eine mündliche Prüfung bestehen. Durch Zufall erfahre ich vier Tage vor dem eigentlichen Prüfungstag von der Assistentin des Professors in einer Antwortmail, dass man alles um einen Tag vorverlegt hat. Von ihr wissen wollen hatte ich in meiner Mail ganz was anderes, und den Tag der Prüfung nur aus Instinkt noch einmal erwähnt, und wurde sodann korrigiert. Gefragt, wie meine Kommilitonen denn von der Terminänderung erfahren hatten, bekam ich von ihnen meisthin die Antwort: „Ich habe es irgendwo von jemandem gehört.“ Der Ursprung der Information und die Art ihrer Verbreitung würden mich echt mal interessieren, da es kein gemeinsames Verteilersystem gibt.

Ich hätte den Professor oder seine Assistentin fragen können. Da ich aber eine nette Note von ihnen bekam, habe ich es dann sein gelassen. Die Prüfungsumstände hatten allerdings nicht dafür gesprochen. Um 9 Uhr morgens traben 45 Studenten vor der Tür des Professors an. Zwei (mündliche!) Prüfungen werden direkt nebeneinander im selben Raum abgenommen, die Tür zum Gang ist dabei offen. Die Bewertung wird als Trialog vorgenommen, jeder, der möchte, kann (auch von draußen) seinen Senf dazugeben. Nach einer Stunde hat man es geschafft, so etwas wie einen Zeitplan zu erstellen. Er benennt allerdings nur die Namen, die noch vor 13 Uhr drankommen und diejenigen danach. Allerdings auch nicht alphabetisch, sondern nach Gutdünken. Um 9 Uhr gekommen, bin ich dann 16 Uhr dran.

Mündliche Prüfungen in Italien basieren überwiegend auf auswendig gelernten Fakten. Die Fragen bestehen aus einem Stichwort, der Prüfling rattert, wenn er Italiener oder Italienerin ist, dann den Text runter, den er oder sie sich dafür zurechtgelegt hat. Das geschieht in einem solch atemberaubenden Tempo, als wie wenn man seinen Gegenüber davon überzeugen müsste, ihn nicht von der Uni zu werfen. Ich war auch nicht gerade langsam, wurde aber in der Beschreibung einer Typologie, die aus fünf Gruppen bestand, inmitten der dritten Gruppe unterbrochen, um noch andere Fragen stellen zu können. Abends sah ich das dann aber alles nicht mehr so ernst, und auch die 1,5l-Weinflasche amüsierte sich prächtig, als ich ihr von Prüfung und Professor erzählte.

Blick bei Nacht auf die die Universität umgebenden Berge

Blick bei Nacht auf die die Universität umgebenden Berge

Was bleibt bisher zu sagen von den drei Monaten in Kalabrien? Es war gut, aus dem Wohnheim auszuziehen und mit echten Kalabresen zusammen zu wohnen. Man lernt jeden Tag etwas Neues zu essen kennen. Ich muss in den nächsten Beiträgen wirklich nochmal auf die „echten Typen“ hier eingehen, das wird sich bestimmt lohnen. Dabei fällt mir gerade auf, dass ich seit drei Blogfolgen gar nichts mehr über die spanischen Erasmusstudenten abgelassen habe. Verdammt. Naja, laufen mir auch nicht mehr über den Weg.

Nichtsdestotrotz hoffe ich auf zwei noch wunderbare Monate und ein Wetter, zu dem man nochmal baden fahren kann, oder zumindest die Zeit dafür. Ich wünsche allen ständig fleißigen und auch den neuhinzugekommenen Lesern ein Weihnachtsfest ihres Geschmacks und einen gar fröhlichen Start ins neue Jahr. Den Start wünsche ich mir übrigens auch, am 6. Januar, wieder in Tegel.

Buon Natale e un felice capo danno,

dal vostro Thiletto

Schönwetterredner

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Salve a tutti!

Einen Gruß aus der Prüfungsvorbereitungszeit an alle, die sich auch vorbereiten und jene, die das nicht tun, nie machen mussten, nicht mehr, noch nicht bzw. und auch sonst 🙂 Momentan haben wir hier ziemlich mit heftigen Schauern, Kälte und sogar Hagel zu kämpfen.

Das Video des Tages wurde während eines Regenschauers am Mittwochnachmittag vom Fenster meines Zimmers aus aufgenommen, wenngleich nach 40 Sekunden ein schönes Naturschauspiel zu sehen ist (geschuldet der versehentlich brillanten Kameraführung) und es schlagartig wieder fröhlich wird. Aber auch das ist Kalabrien. Nach dem fortwährenden Sonnenschein bis Dezember müht sich der Regen mit prasselndem Erfolg, sich wieder ins Gespräch zu bringen und die Fehlzeiten der letzten Monate wettzumachen.

Passend dazu soll es in diesem Beitrag auch einmal um die Dinge gehen, die nicht nur von Schönwetter reden – und neben der Gastfreundlichkeit der Kalabresen, ihrer Küche und Kultur sowie der einzigartigen Natur unterschwellig bzw. unübersehbar eben auch existieren.

Kopier-Mafia in Kalabrien

Wie in jeder anderen Universität, in Italien wahrscheinlich sogar mehr als in Deutschland, ist der Student als solcher verstärkt auf den Kauf von Büchern angewiesen. Die Professoren geben Anweisungen, aus welchen Kapiteln ihrer Lieblingsbücher sie etwas heruntergebetet haben wollen. So könnte man mit der Literaturliste einer meiner Vorlesungen ganze Flüsse zudämmen. Könnte man. Wenn man alle Bücher im Original kaufen würde.

Damit aber bloß keiner auf so eine verschwenderische Idee kommt, haben sich einige Geschäfte etwas Hübsches einfallen lassen. Es gibt Kopierläden, die einen riesigen Bestand an elektronischen Versionen von Fachliteratur besitzen, die eingescannt als PDF-Datei vorliegt und zu Schleuderpreisen vertickt wird. Auf Wunsch auch nur einzelne Kapitel. Das Wort Copyright gibt es im Italienischen auch, spielt aber eher eine untergeordnete Rolle. Es sei denn, jemand benutzt für sein Neugeschäft den Namen einer bereits erfolgreich wirtschaftenden “Copisteria“.

Denn dann ist Schluss mit Genuss. So war das Highlight der letzten Woche in dieser Hinsicht eine mehrzeilige Ankündigung der Copisteria X. auf ihrem öffentlichen Facebook-Profil: Der Betreiber eines bestimmten neueröffneten Geschäfts in der Gegend, das zwar einen ganz anderen Zweig bedient, sich aber parasitär des Namens von X. bediene, würde ausfindig gemacht und ihm großzügigst eine Woche Krankenhausaufenthalt ermöglicht. Sozusagen als Vorweihnachtsgeschenk. Hab aber noch ne Nummer größer parat, passt mal auf…

Berlusconi und Kalabrien

Richtig. Ja, ich weiß, er nervt. Er ist ja auch nicht mehr da. Weg ist er deswegen aber noch lange nicht. Nach seiner Verurteilung vor einigen Wochen wegen Steuerbetrugs kündigte Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi noch auf den Stufen des Gerichts die Verabschiedung neuer Gesetze zur Disziplinierung der Justiz und weitere gute Taten an. Ziemlich viele Vorhaben für jemanden, der gerade in den Knast geschickt wurde. Die Partei des Ewigpräsenten ist auch in Kalabrien stärkste Kraft. Aber warum sogar hier, wo doch alles eher kalabrisch ist, und nicht so „typisch italienisch“?

Nun, weite Teile der Zuschauer in Italien haben ein Konsumbedürfnis an bestimmten Medieninhalten entwickelt, das das Fernsehen über viele Jahre hinweg mit seinem Angebot selber erst erzeugt hat. Dies trifft natürlich auch auf andere Staaten zu, in denen es Besitzmonopole gibt. Dass sich RAI und RTL im Verblödungsfaktor, den sie selbst vorgeben, nicht unterscheiden, war schon so, bevor Berlusconi 90 % des TV-Angebots in Italien beeinflussen bzw. direkt kontrollieren konnte. Was auch immer er von sich gibt und was gerade passiert, erfährt man in (seinen) Medien. Und dort hat er ein eigenes, ein nur in der Medienwelt existierendes Italien konstruiert.

Was in Süditalien aber an Ursachen hinzukommt, ist, dass obwohl die Machtzentren der PdL im Norden der Republik angesiedelt sind, ländliche Strukturen wie in Kalabrien die Einflussnahme von medienpolitisch herrschenden Kräften begünstigen. Viele Menschen haben hier in den 90er Jahren erstmals ein TV-Gerät erhalten. Ohne aber eine Fernseh“vergangenheit“ zu haben, reflektieren sie das Gesehene in Nachrichten und Politik auf Grund fehlender Vergleichsmöglichkeiten nur wenig bis gar nicht und sind somit auch in Ermangelung anderer (berlusconiunverseuchter) Informationsquellen leichter manipulierbar.

In den Vorlesungen der KW an der Universität Kalabriens wird das Phänomen Berlusconi bemerkenswert umfassend und treffend analysiert, wenngleich viele Studenten selbst zuhause vor den entsprechenden Programmen sitzen. Ich weiß das nur zu gut, auch ich gucke meinen Mitbewohnern manchmal beim Fernsehzugucken zu. Momentan scheint das Berluscönchen übrigens nicht wie vorgeschrieben im Gefängnis zu weilen und Buße zu tun, sondern bereitet seine Rückkehr als Präsident des AC Milan sowie seine Kandidatur im nächsten Jahr für die Parlamentswahlen vor.

Straße und Gleise in Kalabrien

Über all das kann man schön nachdenken bei einem Spaziergang in die Stadt. Seit ich umgezogen bin, muss ich dazu jetzt immer eine andere Route nehmen. Die Fotozusammenstellung zeigt ein paar Eindrücke, wie es dort so aussieht.

Es ist ein großes Abenteuerland, sozusagen ein Spielplatz für Erwachsene. Das Gullyloch zum Beispiel sieht von weitem viel weniger bedrohlich aus, als es in Wirklichkeit ist. Ein großer Sprung hilft dir drüber. Sicherheitshalber springt man aber gleich über alles drüber, was nach Gully aussieht. Bei Schneefall brauche ich hier unbedingt einen Gullyhund.

Ansonsten gibt es spannende stillgelegte Gleise, auf denen das Gras wuchert, breite Flüsse, die bei Regen Wasser führen und jede Menge alter Häuser und Ruinen. Wenn es hier Kinder gäbe, würden die zwischen den Gemäuern sofort eine Runde Paintball aufziehen. Allerdings treffe ich hier, wenn überhaupt, nur Alteingesessene und Studenten.

Ich bin auch einer, und ich muss jetzt weiterlernen.

Bis zum nächsten Mal,

euer Thilo

Essen – ein für alle Mal!

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Kalabrische Spezialität von Vincenzo

Guten Appetit allerseits!

Da ich mir auch bisher unausgesprochene Kritik immer sehr zu Herzen nehme, trage ich heute in einem reinen Essensblog kulinarische Highlights nach, die mir in Kalabrien bisher so untergekommen sind. An Wort, Bild und Ton über die Mampferei hat es zugegebenermaßen bisher arg fehlen lassen. Aber so sei es jetzt angerichtet.

Dieser edle Nudelteller ist von meinem Nachbarn und Halbmitbewohner Vincenzo von unter uns dahergezaubert worden. Halbmitbewohner, weil er im selben Haus wohnt, aber sein Stockwerk keine Verbindung zu unserem besitzt. Wie viele andere Köche von hier betont auch Vincenzo, dass seine Köstlichkeiten keine italienischen, sondern kalabrische Meisterwerke sind. Auf die eigenen Zutaten und Rezepte können die Bewohner des südlichsten Festlandzipfels Italiens zu Recht stolz sein, wie ich finde. Auf dem Heimweg klettert man hier oft noch schnell auf den nächsten Baum, um später ein Kiefernnadelaroma im Fleisch anschmecken zu lassen.

Damit ich beim Kochen nicht nur dumm danebenstehe und in die Pfanne glotze, reiße ich die verschiedensten Gesprächsthemen an. Gegen Vincenzo gewinne ich sogar eine Wette, als es um die zwei (gemeinsam) erfolgreichsten italienischen Filmstars aller Zeiten geht. Der eine war nun mal definitiv kein Amerikaner, und sein kongenialer Kollege ist wirklich für einige Zeit in Deutschland aufgewachsen. Allerdings weiß ich aber, dass nicht jede internationale Größe bei ihrem eigenen Volk auf langzeitig aufrechterhaltene Faszination prallt.

6-Punkte-System in der Mensa Economia der Uni Kalabrien

Beispielsweise spielt Borussia Dortmund einen ansehnlichen Fußball, und die Jungs mit ihrem Trainer sind auch ganz okay. Warum sämtliche Kassierer und Barkeeper der Mensa aber immer diesen Verein herausposaunen, wenn ich ihnen meine Tassera (Studentenausweis mit Name und Herkunftsland) vorzeige, hab ich lange Zeit nicht gecheckt. Jetzt weiß ich es. (Jemand nicht? Ok…) 😉

Oben seht ihr derweil ein typisches Mensamenü, das nach dem 6-Punkte-System zusammengestellt wurde. Um dieses auf Anhieb richtig zu befolgen, muss man sich beim ersten Mal mindestens zwei andere heimische Studenten als Beratung mitbringen. Das Hauptgericht macht zum Bleistift einen Punkt aus, die Beilage zwei. Ein Apfel respektive zweier Birnen oder auch drei Mandarinen sind 1 Punkt – jedoch nicht, wenn man was mischt.

Frische Pizza kann man auch kriegen, feilwohl dann ohne Beilage. Es sei denn, man greift als Getränk statt Bier oder Cola zu Wasser. Eine Süßigkeit ist ggf. auch noch drin, bis zu drei Brötchen gibt es gratis. An Donnerstagen ohne Regen kann man noch Trinkbecher und Besteck obendrauf packen. Allerdings ist irgendwann auch das Tablett viel zu voll. An sich ist fast alles in zippelige Plastetüten eingeschweißt, sodass man sich wie in einem Flugzeug vorkommt.

Eierkuchen essen mit ganz Indonesien ;-)

Eine Weltpremiere feierte letztes Wochenende auch die Küche meines neuen Hauses (dessen Adresse ich immer noch nicht weiß). Nicht lumpen lassen habe ich mich und die indonesische Fraktion zum typisch deutschen Eierkuchenspeisen eingeladen. Das ist zwar eher etwas Französisches, allerdings weiche ich generell immer so weit vom Rezept ab, dass es am Ende doch als deutsches Ding verkauft werden kann.

Wenn ihr jetzt denkt, die drei sind schüchtern hereingekommen, haben sich hingesetzt und maximal alle halbe Stunde gefragt, ob sie dieses oder jenes dürften, so sollt ihr euch noch nie so geirrt haben. „Das ist mein neues Heim, tretet unbesorgt herein und setzt eu…“

*WUSCH!* *WUSCH!* *WUSCH!* Alle Indonesierinnen rein in die Stube geflitzt und dann wurden erst mal sämtliche Küchenschranktüren geöffnet, Tiefkühlfach und Kühlschrank auf Fülle und Bestand geprüft sowie der Rest des Hauses inspiziert. Dank einer Aufnahme in Zeitlupe ist dann noch ein Foto von uns entstanden 😉

Im Old Wild West in Quattromiglia

Anlässlich des Geburtstages meines Mitbewohners Stefano sind wir letzte Woche ganz unverhohlen und vor allem unitalienisch im „Old Wild West“ ausgegangen. Ein berüchtigter Schuppen, im Stile eines Westernlokals. Trübes Licht und gestrige Gestalten. Man muss dort gewaltig aufpassen. Allerdings nicht, dass John Wayne gleich noch um die Ecke schießt, sondern dass man nicht platzt.

Die Speisekarte kennt hier nur eines: Fleisch, Fleisch, Fleisch. Fleischsalate, Fleischwraps, riesige Spare Ribs mit Pommes Frites, Hamburger oder auch Steaks aller Art sind in Minutenschnelle auf dem Tisch. An manchen Kalorienbomben hätten wir wohl besser zu zweit oder zu dritt schaffen müssen. Am Ende musste dann ein Verdauungsschnaps her. Das Bier gab es schon davor gereicht, allerdings, liebe Gesundheitsapostel zu Hause und anderswo, kommen wir wirklich so schnell nicht wieder hierher, denn unser aller Stipendien sind zu begrenzt, um monatlich die Rechnung dafür zu begleichen 😀

Das Geburtstagskind Stefano sitzt rechts, neben ihm Donatella aus Haus 3, auf der anderen Seite Monica aus Haus 1 und der Mann, dessen Finger das an sich hervorragende Foto wieder zunichtemachen, ist mein zweiter Mitbewohner Guiseppe. Es sei ihm sein Victory-Gefuchtel verziehen, hat er doch endlich sein Versprechen von neulich wahrgemacht.
Im Zuge dessen wird es schwierig, sich in bestimmten Sachen nun zu entscheiden…aber vielleicht zitiere ich „sie“ wieder aus meinem Bett heraus, wenn sie sich darin zu breit gemacht haben sollte.

Die Gitarre erreicht San Gennaro, Arcavacata, Kalabrien!

Viel Spaß beim Nachkochen aller dargestellten Dinge, Rezepte dafür gibt’s überall anderswo, nur nicht hier.

Viva la Musica,

euer Thilo!